Baumeister der 400 Menschen fassenden spätbarocken Hallenkirche (Innenraumhöhe 9 Meter, Breite 12 Meter) war der Lahrer Maurer- und Steinhauermeister Johann Menhard. Die Kirchweihe fand am 4. Advent 1784 zwei Jahre vor Turmfertigstellung statt. Die Gesamtbauzeit betrug 7 Jahre. Damit ist die Martinskirche 274 Jahre jünger als das Kirchle. Das Festmahl anlässlich der Kirchweihe wurde im Verhältnis 2:1 von Dinglingen und Mietersheim finanziert, die Kosten für den Kirchenbau leerten die Mietersheimer Gemeindekasse komplett.
Das vierstimmige d-Moll-Geläut wurde am Reformationstag 1950 (5.11.) geweiht und nimmt direkt Bezug auf die Auferstehung, denn die Glocken tragen Namen der nachösterlichen Sonntage:
- Die kleine Taufglocke von 1925 überlebte den 2. Weltkrieg.
- Die Glocke „Jubilate“ trägt die Inschrift „Jauchzt dem Herrn alle Lande“.
Jubilate ist der 3. Sonntag nach Ostern. Seinen Namen hat der Sonntag aus Psalm 66,1. Die Inschrift der Glocke stammt aus Psalm 100,1. - Die Glocke „Cantate“ trägt die Inschrift „Ich will singen von der Gnade des Herrn ewiglich“.
Kantate ist der 4. Sonntag nach Ostern. Die Inschrift der Glocke stammt aus Psalm 89,2. Dieser Sonntag ist benannt nach Psalm 98,1. - Die Glocke „Rogate“ trägt die Inschrift „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“.
Rogate ist der 5. Sonntag nach Ostern. Die Inschrift der Glocke stammt aus dem 6. Bußpsalm, Ps 130. Der Sonntag hat den Namen aus Psalm 66,20.
Quelle: Auferstehungsgemeinde Lahr
Bei der Hauptreparatur 1856 wurde das Innere der Kirche grundlegend verändert: der Altar, der etwas über der Mitte im östlichen Teil des Kirchenraumes stand, wurde an das Westende der Kirche gerückt. Ebenso die Kanzel, die zuvor an der Südseite (am 2. Fenster von Osten her) war. Neuer Standort wurde die Nordseite in der Nähe des ersten Fensters von Westen her. Die zuvor auf der Westseite angebrachte Empore fiel weg. Der neugebildete Chor wurde mit zweifarbigen Steinen gepflastert, "um desto würdiger die Stelle des Allerheiligsten zu vertreten". Die Sitzbänke standen zuvor in Blickrichtung Osten und wurden in Richtung Westen umgedreht. Außerdem wurde die Sakristei angebaut (am 10.11.1972 wurde dann die neue Sakristei eingeweiht die das alte "kleine Loch" ablöste).
1898 wurde die Orgelempore vergrößert, eine neue Orgel mit 18 klingenden Stimmen und 7 Nebenregistern auf 2 Manualen und Pedal aufgestellt (und am 27.11.1898 eingeweiht) und die südliche Längsempore eingebaut, Decken, Wände und Holzwerk wurden gestrichen. Im selben Jahr kam es zu einer Vermehrung der Sitzplätze durch den Anbau von Ausziehbänkchen auf beiden Seiten des Mittelgangs. Nach dem ersten Weltkrieg wurden 1921 die Sitze im Chorraum eingebaut und über dem Fries vier Gedenktafeln angebracht.
In den Jahren 1954 und 1973 wurde das Innere der Martinskirche umfassend umgestaltet und erneuert, die südliche Längsempore (die 1898 zusammen mit einer neuen Orgel aufgrund der stark gestiegenen Besucherzahlen eingebaut wurde) wurde entfernt.
Das vom Heidelberger Künstler Harry McLean (mehr erfahren) stammende Chorfenster mit dem auffahrenden Christus rief 1954 aufgrund seiner modernen Himmelfahrts-Darstellung blankes Entsetzen hervor. An gleicher Stelle befand sich bereits seit 1856 (als der Altar seinen Platz änderte) ein Christusbild. Dies erklärt vermutlich den Vorschlag des damaligen Bezirkskantors vom 08.12.1965, die neue Orgel im Chorraum über dem Altar einzubauen und den Spieltisch auf der Orgelempore anzubringen.
Mit einem Festgottesdienst am 16. März 1969 wurde die neue Weigele-Orgel eingeweiht.
1983 wurde die Kirche außen renoviert.
Die Kirche verfügt über eine Induktionsanlage für Hörgeräte.
Die Pfarrer und die Orgel der Martinkskirche.
Für Navis: Martin-Luther-Straße 2











