Die Erlöserkirche (Grundsteinlegung am 19.05.1901) wurde am 14.09.1902 eingeweiht (also 118 Jahre nach der Martinskirche) und vom Karlsruher Baumeister Rudolf Jakob Georg Burckhardt (25.06.1851 - 26.03.1914) erbaut. Der Architekt des Großherzogtums Baden und seit 1894 Vorstand der evangelischen Kirchenbauinspektion entwarf zwischen 1897 und 1911 vor allem evangelische Kirchen, die allermeisten davon im neugotischen Stil. Von ihm stammen beispielsweise auch die Christuskirchen in Ettenheim und Achern, die evangelische Kirche in Nonnenweier oder die Auferstehungskirche in Karlsruhe-Rüppurr.
Ein oftmals wiederkehrendes Element seiner Kirchen sind die Turmuhren unterhalb der als gleichschenkliges Trapez ausgeformten Traufe bzw. Ortgang des Turmdaches, ein seitlich bzw. an der Ecke positionierter Turm sowie eine Asymmetrie im Grundriss (alles gut am Beispiel der Erlöserkirche sichtbar).
Am 23.10.1949 fand in Kippenheimweiler zum dritten Mal (vorher: 1902 und 1924) Glockenweihe statt. Die Kriegsschäden an der Kirche wurden Schritt für Schritt beseitigt: 1950 wurden die zerstörten Kirchen- und Altarfenster erneuert, 1951 der Kirchturm und das Kirchturmdach instand gesetzt, 1953/54 der Kirchplatz neu angelegt und eingefriedet und 1955 das Vordach am Hauptportal der Kirche angebracht sowie das Kirchdach an der Turmseite erhöht und neu eingedeckt. Im Jahre 1950 wurde in Kippenheimweiler erstmals eine eigene Konfirmation für die Kippenheimweilerer Konfirmanden gehalten.
Bis Anfang 2021 wurde die Erlöserkirche unter Planung von Christoph Schmid und Sibylle Schmitt des Baseler Architekturbüros Vécsey Schmidt und lokaler Bauleitung von Architekt Sebastian Kummer umfassend außen und innen renoviert. Die neue Gestaltung orientiert sich am historischen Entwurf und stellt mit neuer Farbgebung Himmel und Erde dar. Am 10.05.2020 (Kantate) wurde der letzte Gottesdienst in der Kirche vor der Wiedereinweihung am Palmsonntag 2021 (28.03.2021) gefeiert.Quelle: Kooperationsraum Lahr











