Die Pfarrer von Mietersheim

Nur drei Jahre getrennt - die selbstständige Pfarrei Mietersheim von 1630 bis 1633

 

Bevor das Kirchlein in Mietersheim gebaut wurde, war die dortige Bevölkerung schon jahrhundertelang in die Kirche nach Dinglingen gegangen, denn Dinglingen und Mietersheim waren ein Kirchspiel gewesen, und dies sollte sich auch nach der Reformation, in den Jahren 1558-1567, nicht ändern – bis auf eine Ausnahme: nachdem sich die Herrschaft Lahr-Mahlberg im Jahr 1629 in die nassauische Herrschaft Lahr – mit den Gemeinden Lahr, Burgheim, Dinglingen, Mietersheim, Hugsweier und Altenheim – und einen badischen Herrschaftsbereich Mahlberg geteilt hatte, setzte im letzteren eine strenge Rekatholisierung ein, man vertrieb die evangelischen Pfarrer. Graf Wilhelm Ludwig von Nassau nahm die Wegejagten auf, und da nicht genug Pfarrstellen vorhanden waren, trennte man die Filialkirche Mietersheim vom Dinglinger Kirchspiel ab und besetzte sie mit einem eigenen Pfarrer.

Der erste Mietersheimer Pfarrherr Martin Christian Merg wurde am 30. Mai 1630 im prall gefüllten Mietersheimer Kirchlein feierlich in sein Amt eingeführt. Unter den anwesenden Gästen war auch der Dinglinger Pfarrer Andreas Wenzel. Merg wurde bald krank und verstarb  am 30.10.1630 in Straßburg. Pfarrer Mergs Nachfolger, Johann Heinrich Büttner – der zweite und gleichzeitig letzte Pfarrer von Mietersheim bis Ende 1633 (Wegzug nach Ichenheim u. Dundenheim am 12.12.1633) – kam am 08.02.1631 ins Dorf und hat die "Separation" der "Filial" Mietersheim von der Dinglinger Pfarrei und die Einsetzung des ersten Pfarrherrn im Mietersheimer Kirchenbuch von 1630 ausführlich beschrieben.